Kosten für Unterkunft und Heizung

Unterkunftskosten und Heizkosten werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen übernommen und an den Antragsteller bzw. die Antragstellerin ausgezahlt, soweit sie angemessen sind. Wenn nicht sicher ist, dass der Antragsteller, die Antragstellerin das Geld zweckentsprechend verwendet, kann das Jobcenter Zahlungen auch direkt an einen Vermieter bzw. eine Vermieterin oder an andere Empfangsberechtigte leisten.

Unterkunftskosten

Hierzu hat der Rhein-Kreis Neuss als Träger der Unterkunftskosten Mietstufen für die einzelnen Städte und Gemeinden innerhalb des Jobcenter erlassen. Die angemessenen Bruttokaltmietobergrenzen betragen demnach (in Euro) - Stand 1. Februar 2017:

Wohnungsmarkttyp  
 

 

 

1

Person

50 m²

 

 

2

Pers.

65 m²

3

Pers.

80 m²

4

Pers.

95 m²
 

5

Pers.

110 m²
 

je

weitere

Pers.

+ 15 m²

 

1 - Jüchen, Grevenbroich, Rommerskirchen

393,00

 

469,95

563,20

684,95

792,00

+ 108,00

 

 2 - Dormagen

 418,50

510,90

595,20

706,80

861,30

+ 117,45

 3 - Neuss

404,00

495,30

611,20

703,95

803,00

+ 109,50

 4 - Kaarst

458,50

534,30

656,80

  773,30

  953,70

+ 130,05

 5 - Meerbusch

 406,50

 508,30

604,00

751,45

1.010,90

+ 137,85

 6 - Korschenbroich

 404,00

501,15

613,60

746,70

825,00

+ 112,50

Bewohnen Personen ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung, dann gehören zu den Kosten der Unterkunft auch die damit verbundenen Belastungen (zum Beispiel angemessene Schuldzinsen für Hypotheken, Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung, Erbbauzins, Nebenkosten wie bei Mietwohnungen). Nicht dazu gehören die Tilgungsraten, mit denen letztlich Vermögen aufgebaut wird, was mit dem Zweck einer Fürsorgeleistung nicht vereinbar ist.

Über die Angemessenheit der Unterkunftskosten entscheidet das Jobcenter im Einzelfall anhand der obigen Kriterien. Gerne können Sie sich bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Empfangs- und Servicebereichen vor Ort erkundigen. 

Für Rollstuhlfahrer gelten andere Sätze für die Kosten der Unterkunft. Hier nimmt das Jobcenter ebenfalls eine Prüfung im Einzelfall vor.

 

Unangemessene Kosten der Unterkunft

Wenn die Aufwendungen unangemessen hoch sind, ist der Antragsteller beziehungsweise die Antragstellerin verpflichtet, die Kosten der Unterkunft zu senken. Dies kann z. B. durch Verhandlungen mit dem Vermieter oder der Vermieterin, durch Untervermietung oder unter Umständen auch durch Umzug in eine günstigere Wohnung erreicht werden.

Sollte ein Umzug notwendig sein, werden die unangemessenen Kosten der Unterkunft solange gezahlt, bis der Umzug möglich ist oder zugemutet werden kann, in der Regel jedoch für längstens sechs Monate.

Außerdem kann der bisherige Träger die Kosten für das Beschaffen der neuen Wohnung und die Umzugskosten und (ein evtl. neuer Träger) die Mietkaution (diese in der Regel als Darlehen) übernehmen.

 

Umzug ohne Zustimmung

Bevor der Antragsteller oder die Antragstellerin einen Vertrag über eine neue Unterkunft abschließt, ist es notwendig, vom bisher örtlich zuständigen Träger eine Einverständniserklärung für die künftigen Aufwendungen einzuholen. Wenn sich nach einem nicht erforderlichen Umzug die Kosten der Unterkunft erhöhen, werden nur die bisherigen Kosten weiter erbracht. Auch können keine Kosten, die mit dem Umzug in Verbindung stehen übernommen werden.

 

Wohnung für unter 25-Jährige

Unverheiratete Jugendliche, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und bei den Eltern oder einem Elternteil ausziehen wollen, können Miete und Heizkosten für die neue Unterkunft nur erhalten, wenn sie vorher eine Zusicherung des Jobcenter Rhein-Kreis Neuss, oder bei Umzug in den Zuständigkeitsbereich eines neuen Trägers, dessen Zusicherung eingeholt haben.

Diese Jugendlichen erhalten die Zusicherung, wenn

  • schwerwiegende soziale Gründe gegen ein Verbleiben in der elterlichen Wohnung sprechen und dies nachgewiesen wird, oder
  • der Umzug in die neue Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist, oder
  • nachweislich ein ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Ziehen die Jugendlichen ohne die erforderliche Zusicherung um, erhalten sie nur 80 Prozent der Regelleistung für Alleinstehende. Leistungen für Miete und Heizkosten werden dann nicht erbracht. Auch Leistungen für die Erstausstattung der Wohnung — siehe Mehrbedarfe — werden dann nicht übernommen.

 

Heizkosten

Heizkosten werden vom Jobcenter Rhein-Kreis Neuss gemäß den Richtlinien des Rhein-Kreis Neuss übernommen.

 


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