Arbeitsgelegenheiten

Was sind Arbeitsgelegenheiten?

Seit dem 1. Januar 2005 besteht die Möglichkeit, Langzeitarbeitslose in eine zeitlich befristete Arbeitsgelegenheit zu vermitteln.

Die so geschaffenen Beschäftigungsmöglichkeiten dürfen keine regulären Arbeitsverhältnisse verdrängen oder die Einrichtung von Arbeitsplätzen verhindern. Sie müssen zusätzlich, im öffentlichem Interesse und Wettbewerbsneutral sein. Weiterhin müssen sie für den Teilnehmer zumutbar sein und ohne die Förderung nicht, nicht in demselben Umfang oder erst später durchgeführt werden.

Diese Tätigkeiten sollen einerseits die soziale Integration fördern, andererseits aber auch die Beschäftigungsfähigkeit aufrechterhalten, um die Chancen des Teilnehmers am Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an einer Arbeitsgelegenheit erhalten neben dem Arbeitslosengeld II (ALG II) zusätzlich eine angemessene Aufwandsentschädigung, die nicht auf die Leistungen zum Lebensunterhalt angerechnet wird. Für eine geleistete Arbeitsstunde wird im Rhein-Kreis Neuss eine Aufwandsentschädigung von 1,50 Euro gezahlt. Über den weiterhin fortlaufenden ALG-II-Bezug besteht Versicherungsschutz in der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung.
Rechtsgrundlage: § 16 d Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II).

Ziele

  • Heranführung von Langzeitarbeitslosen an den Arbeitsmarkt
  • Förderung der sozialen Integration
  • Herstellen und Aufrechterhaltung der Beschäftigungsfähigkeit
  • Feststellung von Eignungs- und Interessensschwerpunkten

Personenkreis

Berechtigte nach § 7 SGB II sind erwerbsfähige hilfebedürftige Arbeitslosengeld-II-Bezieher und -Bezieherinnen zwischen 15 und 64 Jahren, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Träger von Maßnahmen

Als Träger von Maßnahmen kommen öffentlich-rechtliche, private gemeinnützige und sonstige Träger in Frage. Sonstige Träger (natürliche Personen, Personengesellschaften usw.) können nur gefördert werden, wenn das öffentliche Interesse an der Durchführung der Arbeiten deutlich größer ist als das Eigeninteresse des Trägers. Im Rhein-Kreis Neuss werden die Arbeitsgelegenheiten seit 2005 vorrangig durch eine Trägergemeinschaft umgesetzt.

Die Trägergemeinschaft besteht aus folgenden Integrationspartnern:
AWO Ortsverband Neuss e. V.
Berufshilfe e. V. / AWO Grevenbroich
Berufsförderungszentrum Schlicherum e. V. Neuss
Caritasverband Rhein-Kreis Neuss e. V.
Internationaler Bund e. V. , Dormagen
Kolping Bildungswerk Diözesanverband Köln e. V., Neuss
Sozialdienst Katholischer Männer Neuss e. V.
Diakonisches Werk der evangelischen Kirchengemeinden Neuss e. V.
Diakonisches Werk Rhein-Kreis Neuss e. V.
Beschäftigungsförderungsgesellschaft mbH Rhein-Kreis Neuss (Bfg)

Die Tätigkeit der Trägergemeinschaft umfasst neben Verwaltungsaufgaben des Projekts die Stellenakquisition. Innerhalb des Trägerverbands übernimmt die Bfg die Koordination und Verwaltung des Projekts sowie die Auszahlung der Mehraufwandsentschädigung . Weitere Informationen stellt die Beschäftigungsförderungsgesellschaft, eine Tochter der TZG GmbH, im Internet-Portal www.arbeitsgelegenheiten.com zur Verfügung.

Fördervoraussetzungen

Das Arbeitsergebnis muss der Allgemeinheit unmittelbar zugutekommen. Arbeiten, deren Ergebnis überwiegend erwerbswirtschaftlichen Interessen oder den Interessen eines begrenzten Personenkreises oder Einzelner dient, liegen nicht im öffentlichen Interesse. Die durchzuführenden Arbeiten müssen zusätzlich sein, das heißt, dass sie ohne die Förderung unterbleiben oder erst frühestens in zwei Jahren durchgeführt werden.

Zusatzjobs dürfen reguläre Beschäftigungsverhältnisse nicht verdrängen oder beeinträchtigen. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze darf nicht gefährdet oder verhindert werden. Bestehenden Unternehmen am Markt für Güter und Dienstleistungen dürfen durch die Zusatzjobs keine Wettbewerbsnachteile entstehen. Die Zusatzjobs müssen den Erfordernissen des regionalen Arbeitsmarktes gerecht werden. Sie sollen zur Sicherstellung einer rechtssicheren Bewilligung und passgenauen Besetzung konkret und ausführlich beschrieben sein.

Die Kontrolle der Zusätzlichkeit und der Wettbewerbsneutralität der eingerichteten Arbeitsgelegenheiten obliegt natürlich allen Beteiligten und insbesondere der Trägergemeinschaft. Um eine Verdrängung von Arbeitsplätzen im Handwerk zu vermeiden, arbeitet sie u. a. auch mit der Kreishandwerkerschaft des Rhein-Kreises Neuss zusammen. Neben einer genauen Prüfung der Tätigkeitsbereiche erfolgen durch das Jobcenter regelmäßige Vor-Ort-Kontrollen. Die Bfg akquiriert ausschließlich Stellen in Unternehmen, die eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben haben, die besagt, dass hierdurch keine Arbeitsplätze verdrängt oder Neueinstellungen verhindert werden. Außerdem bedarf die Einrichtung von Arbeitsgelegenheit der Zustimmung des Personalrats des jeweiligen Betriebs.

Dauer

Soweit es sich nicht um zeitlich befristete Aufgaben oder durch sonstige Zwänge beschränkte Zeiträume handelt, werden die Zusatzjobs in der Regel für einen Zeitraum von drei bis zu maximal sechs Monaten bewilligt , es sind  aber im Einzelfall auch eine kürzere Teilnahmen möglich.

Zuweisung

Die Zuweisung von Berechtigten erfolgt durch die Arbeitsvermittlung und das Fallmanagement des Jobcenters Rhein-Kreis Neuss. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheiden unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Einzelfall über die Dauer der Zuweisung. Es dürfen ausschließlich von dem Jobcenter Rhein-Kreis Neuss zugewiesene Teilnehmer und Teilnehmerinnen beschäftigt werden. Während der Teilnahme erfolgen regelmäßige Kontakte durch die Arbeitsvermittler in den Einsatzstellen.

Arbeitszeit

Die wöchentliche Arbeitszeit in Zusatzjobs ist auf  maximal 30 Stunden begrenzt. Die Hilfebedürftigen sind während der Zuweisungszeit verpflichtet, ihre Eigenbemühungen zum Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt fortzusetzen und sollen so den entsprechenden Freiraum hierzu erhalten.

Stellenbesetzung

Durch einen raschen und ständigen Informationsaustausch wird im Sinne aller Beteiligten auf eine vollständige und durchgängige Besetzung der Zusatzjobs hingewirkt. Die Trägergemeinschaft akquiriert die Stellen und meldet diese unverzüglich zur Besetzung an die Arbeitsvermittlung und das Fallmanagement des Jobcenter. Geeignete Bewerber werden anschließend kurzfristig durch das Jobcenter zugewiesen. Dadurch werden die finanziellen Ressourcen des Jobcenter Rhein-Kreis Neuss zugunsten der Hilfebedürftigen und des Arbeitsmarkts gesichert und  Finanzierungslücken bei den Trägern vermeiden.


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